Hallo allerseits

Werte Besucher, nicht wundern, wenn es teilweise chaotisch hergeht, ich "räume auf" und stelle ein wenig um

 

Harald Herrmann, meine Website & Autoren-Journal 

Treffpunkt für Freunde, Leser Schreiber

Herzlich Willkommen, mein Autorenjournal   wurde von mir ins Leben gerufen, um als Mittler zwischen einzelnen Schriftstellerforen und Websites rund um die Schriftstellerei mit Verlagsvorstellungen, Buchvorstellungen incl. -rezensionen und als Ausschreibungsplattform aufzutreten. Das wird von mir zwar weiterbetrieben, aber ich nutze diese Website immer mehr zur Vorstellung eigener Werke.

Ich biete Lesern, Autorinnen und Autoren und Interessierten Möglichkeit, in einem angeschlossenen Forum, dem 

"Autorenjournal N° 1 - das Forum"

zu diskutieren, Blogeinträge zu hinterlassen - die auf Wunsch auch hier erscheinen - und dort auch intern Texte vorzustellen und gegenlesen zu lassen. 

Gerade aktualisiert 

19.10.2020  Ausschreibungen


 

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Der Reime-Schmied

Ein guter Schmied kann vieles richten,
und mancher kann auch sehr gut dichten.
Die Meisterschaft in beiden Gaben,
ich frage mich, wer kann das haben?

Denn eines Schmiedes Meisterstück,
geformt mit Kraft, Geschick und Glück,
passt ein er auf den Millimeter,
 beim Dichten kann das nicht ein Jeder ... 

***

Nun ja, ein "Schüttelreim" genügt dem Anspruch kaum …

Bierwegballerei

Es ist die Bier-weg-baller-Line
 nach zwanzig "Ex" ’ne Lallerbiene

 

 

 


Von Eiern,  Hühnern und Hähnen

einiges zum Lesen und hoffentlich Schmunzeln …

 

Hühnerstallkultur

Fernsehabend 

Alle Hühner haben nah am Wasse gebaut,

 es wird eine Tragödie gezeigt:

► Omlett ◄ 

 

 
Das frische Ei

Es war einmal ein Hühnerei
das wollt’ auch was erleben
und dachte sich, ich bin so frei,
wird’ mich auf große Fahrt begeben.

Es rollt` auf Drähten, die gebogen,
in eine große Halle rein,
wurde durchleuchtet und gewogen
man packte es in Pappe ein.

Es schaukelte mit abertausend
per Schiff zum nächsten Kontinent
per LKW durft´s weitersausen
doch plötzlich war die Fahrt zu End.

Dann lag`s in einem Weidekörbchen
am Markttag auf des Bauern Tisch
»Von wann sind die?«, so fragt ein Mädchen.
    » Die Eier, die sind tagesfrisch …«
 
***
 
Ostereinkauf

Ostern naht im Sauseschritt
der Geschäftsmann, der rast mit,
Und versucht in letzten Tagen
Kundschaft nochmals breitzuschlagen.

Schokohasen, bunte Eier,
jedes Jahr die gleiche Leier,
Weihnachtsreste, auch die dicken,
muss man Ostern halt verticken.

Damit das klappt macht man am Ende
Abschläge, und das behände,
braucht man doch den Platz, den raren
für die neuen Sommerwaren.

Beim Einkauf ist Dir alles schnurz,
am Samstag ist dann Kassensturz!
Am End’ vom Gelde ist, na ja,
noch jede Menge Monat da.

So geht das Spiel, jahrein jahraus
und irgendwann lernt man daraus,
egal zu welchem großen Feste,
    von Dir will jeder nur das Beste.
 
***
 
Ostern 2008

Ich möchte heute schnell was dichten,
vom Ostersonntag euch berichten.
Ich machte morgens mit dem Hunde
im Schneematsch eine Feldwegrunde,
Kinder sah ich Eier suchen,
leise hört man Mama fluchen,
nach der Aktion auf allen Vieren
manch Flecke Hemd und Hose zieren.

Klamotten und auch Kinder waschen,
erst untersuchen alle Taschen
auf echte oder Schokoeier,
wie jedes Jahr die gleiche Leier.
Man ahnt nicht wie, an welchen Orten,
die Kinder ihre Schätze horten.
Schokohasen in der Lampenschale,
da gibt´s gedämpftes Licht im Saale.

Es brennt in dem Kamin das Feuer,
die Aussicht die ist ungeheuer,
es fehlt zum echten Wintertraum
im Grunde nur der Weihnachtsbaum.
Man kann an solchen kalten Tagen
am besten sich an Glühwein laben.
Statt dazu Plätzchen zu verdrücken
    gibt`s Osterzopf in kleinen Stücken.
 
Ostern 2008, das zweite

Zu Ostern wird es gar nicht heiß
denn es liegt Schnee in allen Ecken,
gekochte Eier, einfach weiß,
die sind am besten zu verstecken.

Der Osterhase der hat locker
bei Nikolaus sich ausgeliehen,
mit Mantel, Mütze, roten Socken
sieht man ihn durch die Lande ziehen

Ich leg dem Hasen in sein Nestchen
’ne Taschenflasche Rum hinein,
es fragt sich nur, wer wird im Häuschen
am Ende dann besoffen sein?

    Ich wünschte noch allen zauberhafte österliche Wintertage
Diese drei Gedichte entstanden in den Osterfeiertagen 2008, 
als es wirklich draußen eine geschlossene Schneedecke gab.
 
***
 
Nun mal zu denen, die die Eier produzieren ►
 
Das Hühner – Defizit
 

Im Hühnerstall gibt es Geschrei
es streiten sich der Hühner zwei
das eine sagt: " Ich freu mich sehr,
wir legen Eier, immer mehr,
der Bauer strahlt und gibt indessen
uns täglich etwas mehr zu fressen,
fast scheint er uns direkt zu mästen,
    ja, ja, wir sind die allerbesten!"

Das andre meint: " Du dummes Huhn
was können wir auch andres tun,
als gackern, wassertrinken, fressen,
das Eierlegen nicht vergessen.
Ist eins von uns dann richtig rund
    weg ist es, ja, bei uns gibt`s Schwund.

Wir dürfen wir keine Nester bauen,
bei unsrem Bauerndiesem schlauen,
bei so viel Eiern, seht es ein
da müssten doch viel mehr wir sein."

Und die Moral von der Geschicht’,
    verschätze Dich in Hühnern nicht!
 
***
 
Wenn der Hahn kräht ...

Wenn der Hahn kräht auf dem Mist,
um sechs Uhr zeigt’s wie fit er ist.
Kräht er aber erst um Zehn,
ist es um den Hahn gescheh’n.
(Das ist ihm dann doch völlig schnuppe,
    als Grundlage der Hühnersuppe)
 
 
Ein Schüttelreim
 
Nicht immer bleibt ein blinder Hahn
    In punkto Leistung hinter Plan

 


Hier habe ich zur entspannung eine Kurzgeschichte, die sich so vor nicht ganz 70 Jahren abgespielt hat …

 

Der Osterbesuch

Es ist immer wieder das Gleiche. Man blättert in den alten Fotoalben, sieht ein, zwei Bilder, lehnt sich zurück, schließt die Augen und schon beginnt ein Film abzulaufen. In diesem Falle sind es Bilder von Weihnachten 1952 und März 1953 die ursächlich zusammenhängen, sitze ich doch auf dem Weihnachtsbild mit kurzen Hosen da.

Der Grund: Im Bauernhaushalt, in dem man mit Lebensmitteln mehr als gut versorgt war, musste man auf technische Geräten die nicht unbedingt nötig waren verzichten. Zu diesen Geräten zählte ganz klar der Fotoapparat, und so kam es, dass das Weihnachtsbild in Zusammenhang mit einem Familienbild im März aufgenommen wurde. Mein Onkel Wilhelm, seit Weihnachten stolzer Besitzer einer Kamera, war zu Besuch da und es wurden Aufnahmen gemacht.

Meine Schwester hatte eine Puppenstube bekommen mit der sie mangels Kinderzimmer und der besseren Aufsicht wegen nur in der sonst verschlossenen "Gout Stobb" (der "Guten stube") spielen durfte. Dort verblieb auch bis zum Fototermin mein Hauptgeschenk, ein Tretroller aus Holz, der heutzutage keine Chance gehabt hätte, ein TÜV-Prüfzeichen zu bekommen. Zu Recht, wie ich zu meinem Leidwesen erfahren musste, denn die Stürze, verbunden mit aufgeschürften Knien und Händen waren kaum zu zählen > war die defekte Bremse repariert, hängte sich das Scharnier der Lenkung aus oder ein Rad blieb auf der Strecke.

Aus diesem Grund war der Aufbau des Geschenktisches ohne viel Aufwand zu rekonstruieren. Es war sogar ein Geschenk mehr als zu Weihnachten da, denn nach einem Riesenzirkus meiner Schwester, die auch einen Roller haben wollte, hatte mein Vater einen solchen selbst gebaut, mit dem Ergebnis, dass der selbstgebaute zwar schwerer, dafür aber deutlich weniger störanfällig war als meiner.

So sitzen wir also hinter dem Gabentisch, Opa in der Mitte, links und rechts uns Kinder haltend, vor uns die Geschenke und starren alle > nicht in die Kamera, sondern nach oben, wo an einem Deckenbalken befestigt ein ein metallbeschichteter Papierstreifen hell aufflackernd für ausreichende Beleuchtung sorgte. Da ich schon die kurze (besser gesagt, mittellange) Anzughose anhabe, mit den gleichen Kniestrümpfen und Schuhen wie auf dem nächsten Bild ist die zeitliche Nähe der beiden Bilder nachzuvollziehen. Da stehen unsere Eltern und wir Kinder vor der Gartenmauer, Mutter im Sommerkleid, Vater im kurzärmligen Hemd, Schwester im Kleidchen und ich, mir völlig verkleidet vorkommend, im Anzug mit Fliege, soweit noch so gut, aber mit Hose bis zu den Knien und großkarierten Socken, zwei Zentimeter unterhalb der Hose endend.

Und genau mit dieser Aufmachung sollte ich zu Ostern mit meinen Grosseltern einen Verwandtenbesuch bei meiner Patentante machen, da half all mein Bitten um eine etwas legerere Kleidung nichts, war doch mit dieser Aufmachung ein in Aussicht gestellter Spielnachmittag mit meinem im gleichen Ort wohnenden gleichalten Großcousin von Anfang an zum Scheitern verurteilt, hätte doch ein Grasfleck oder, noch schlimmer, ein Riss am Anzug zu Riesenschelte oder Schlimmerem geführt.

So wurde sich also am Ostersonntag in der Frühe auf die Reise in den etwa zehn Kilometer entfernten Wohnort meiner Tante begeben, eine, bei fast sommerlichen Temperaturen, schweißtreibende Angelegenheit, mussten wir doch zuerst einen Fußmarsch von fast drei Kilometern bewältigen um im Nachbarort zum Bahnhof zu kommen, Opa und ich jeweils im Anzug, Oma mit einer "Handtasche", die locker die Dimension einer heutigen Reisetasche hatte. Dann ging es im Dampfzug (Lokomotive mit zwei Wagen dritter Klasse, Holzsitze , teilweise an der Längsseite, Kanonenofen, zugig, klappernd) über zwei Ortschaften zum Ziel.

Im Zug griff ich, wie schon auf dem Fußmarsch, prüfend nach meinen dort deponierten Ostereiern, die sorgfältig auf "Eierweitwurftauglichkeit" ausgesucht waren, das heißt sie mussten möglichst kompakt rund sein. Der Schreck durchzuckte mich wie ein Blitzschlag als ich in irgendetwas Nasses griff und die Hand nach dem Rausziehen gelb verfärbt war. Nach der lautstarken Schelte, (die obligatorische Backpfeife blieb mir wohl wegen der Zuschauer erspart) wurde mit Hilfe von Taschentüchern der Größenordnung eines geviertelten Bettlakens die Hand, die noch ganzen Eier und - sehr wichtig - das Tascheninnere gesäubert. Mit einem aus den unergründlichen Tiefen der Handtasche hervorgezauberten Löffel durfte ich die Eierreste essen, wobei meine Oma mit Blick auf die Schale, besser gesagt auf das Färbmittel, die Feststellung traf: »Do hott’s Friedche owwer die Ächer zou wink gekocht.«

Dass der Ostersonntag für mich dann doch noch zu einem guten Ende führte hatte ich meiner Tante zu verdanken, denn nachdem meine Oma ihr wortreich mein Missgeschick schilderte meinet sie nur: »Modder, do kann doch der Bub naut dafür, wann’s Friedche zou blöd es, Usterächer richtig se koche, das konnt dät froier noch nit, doas hässte doch wisse müsse und die Ächer raussordien müsse.« Nach diesen Worten wurde das Kleidungsstück nochmals von ihr gesäubert und irgendwoher hatte sie auch eine andere Hose hergezaubert. Nach Mittagessen war dann Eierweitwerfen mit Grosscousin und Freunden angesagt, wobei natürlich bei den "Rekordversuchen" ein Ei möglichst weit zu werfen, ohne dass es zerbrach eine gehörige Menge Eier dies nicht überstanden und an Ort und Stelle verzehrt wurden. Wieder zurück bei der Familie hieß es Kaffeetrinken mit drei Sorten Kuchen um kurz darauf wieder Richtung Bahnhof aufzubrechen. Ja, "brechen" , dagegen hatte ich auf dem gesamten Heimweg, der sich natürlich in umgekehrter Reihenfolge wie der Hinweg abspielte, zu kämpfen, das letzte Stück Fussweg hatte mich aber wieder soweit gesunden lassen, dass das Abendbrot mir wieder mundete, sogar ein Brot mit Ei habe ich noch gegessen.

Es ist übrigens bei diesem einen Osterbesuch geblieben, da man festgestellt hatte, dass ich nicht unbedingt der ideale Spielgefährte für meine drei Jahre jüngere Cousine war. Aus diesem Grund hatte meine zwei Jahre jüngere Schwester ab dem folgenden Jahr das Vergnügen, mit Oma und Opa zusammen zum Osterbesuch zu fahren. Und dass "Gothe Minna" meine Patentante war, war sowieso unerheblich, sie wurde zeitlebens auch so von meiner Schwester tituliert, während die Schwester meiner Mutter, von mir korrekterweise Tante Else angesprochen, zwar ihre Patentante war aber auch bein ihr bis zum heutigen Tag "Tante Else" geblieben ist.

In den folgenden Jahren habe ich die Osternachmittage wieder im ritterlichen Wettkampf um die Ehre des "Eierweitwurfmeisters" im Kreise der gleichaltrigen Nachbarsbuben aus unserer Gasse ("die Ecke" genannt, und somit waren wir, sechs an der Zahl, die "Eckebuwwe") verbracht.

 

 

 

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