Die Blume "Frissmichnicht"

 

Die Blume "Frissmichnicht"

 

Ein alter, alleinstehender Bauer hatte einen soliden Kornspeicher gebaut, der so gebaut war, dass kein Tier, vor allem keine Maus, hineinkommen konnte. Da das Getreide Lüftung brauchte, waren Lüftungslöcher mit Drahtgeflecht angebracht. Eines Tages bemerkte er, dass es einige Mäuse geschafft hatten, ein Lüftungsgitter zu durchbeißen und es sich mittels seiner Getreidevorräten gutgehen ließen.

Er brachte solide Lochbleche an, kaufte eine Katze und sperrte diese mit zu den Mäusen.

Was der Bauer nicht wusste:

Die Mäuse hatten, weil sie so gut roch, von der Blume "Frissmichnicht" nicht nur genascht, sondern viele Samen mitgefressen, die nun in der "Toilettenecke" der Mäuse wuchsen und erblühten. Durch diesen Duft war es der Katze unmöglich, lebende Mäuse zu fangen. Da diese sich aber schon gewaltig vermehrt hatten, konnte die Katze ganz gut von den toten Mäusen leben.

Da der Bauer merkte, dass da etwas nicht stimmte, aber, wenn er in den Speicher kam auch weder Mäuse noch Katze töten konnte, schloss er den Getreidespeicher ab und ließ den Dingen seinen Lauf.

Von da an herrschte ein ausgewogenes Leben im Speicher:

Die Mäuse konnten sich dick und rund fressen und vermehrten sich gewaltig, die Katzte wurde nach einiger Zeit immer fetter, da täglich einige tote Mäuse zu entdecken waren. Da an einer tiefen Stelle von draußen Grundwasser durch Ritzen drückte, war sogar genug Wasser da, der Kornspeicher war ein kleines Paradies.

Dies Paradies hatte einen kleinen Fehler:

Mit der Zeit nahm das Getreide immer schneller ab, und eines Tages war es so weit, es gab für die Mäuse kein Getreide mehr zu fressen. Dies war ein kleiner Schock, aber da Mäuse ja Allesfresser sind, machten sie sich nun über ihre toten Artgenossen her - und die Katze ging immer mehr leer aus.

Die die Katze nahm rapide ab, die Anzahl der Mäuse auch.

Als der Bauer nach Jahren wieder den Speicher betrat, waren alle Tiere tot!

Er kehrte alles zusammen, ein größeres und eine Unmasse kleinerer Gerippe, die Kotreste und die inzwischen vertrockneten Blumen, packte alles in mitgebrachte Kisten und vergrub diese am "Schindwasen" in rund drei Metern Tiefe.

Wer weiß, wo sich der Schindwasen des Dorfes Nirgendwo befindet und tief genug gräbt, findet vielleicht noch Samen der Blume "Frissmichnicht" und kann damit die Welt retten …

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