Für einen Auftritt

 

Einstieg

Kein Herbstgedicht

Ich will kein Herbstgedicht mehr schreiben
Wo raschelnd lose Blätter treiben
Bis deren bunte Farbenpracht
Der Herbstwind killt mit Stärke Acht

Ich schreibe dann vom Winter bald
Denn der ist ruhig weiß und kalt<

Auf Eicheln ist die Sau geeicht
Die hungrig durch die Wälder streicht
Sie steckt den Rüssel jedenfalls
In Laub Dreck Sch…ße bis zum Hals

Verkündet lautstark unumwunden
Ich hab den größten Mist gefunden
Geruch und Schmatzen zieht sodann
den allerersten Keiler an …

Schon kommt der nächste Keiler
Ei
Was gibt das für ’ne Keilerei …<

 

Franz von Hohentann

Die Geburt
 

Franzens Mutter, brav und bieder,
kam dereinst zur Unzeit nieder.
Als den Buben man entband.
war der Gatte außer Land
schon zwei Jahre, oder mehr,
wo nur kam das Fränzchen her?

»Keuschheitsgürtel«, hört man flüstern
von den Damen, leis und lüstern,
»öffnet hier doch nur der Schmied!«
was ein Schweigen nach sich zieht.

Sei es drum, der Damenschar
war es schweigend sofort klar
dieser junge Ritter war
Teil der Halbgeschwisterschar …

… die im Städtchen "Unter Tann",
da war, obwohl kaum ein Mann
in der Stadt zu sehen war,
wirklich etwas sonderbar.

Hier wuchs auf der kleine Franz,
war ein Ritter, voll und ganz,
auf ihn konnte jeder bauen,
auch und gerade junge Frauen …

 


Die Rüstungs-Panne

Als Ritter Franz von Hohentann
sich auf den Weg zum Klo besann,
stahl er sich vom Turnierplatz fort
und strebte eilends zum Abort.

Dort fiel ihm auf, sein Kettenhemd
war in der Blechbux eingeklemmt.
Es half kein Ziehen, Drücken, Flennen,
Die beiden ließen sich nicht trennen.

Und somit ging die ganze Chose
buchstäblich in die Ritterhose.
Die Gegnerschaft hatt’ laut gelacht:
"Vor Angst wohl in die Hos’ gemacht?"

Zornbebend schafft’ es Ritter Franzen,
sie zu besiegen mittels Lanzen,
nahm von der Königin die Rose
entgegen dann in neuer Hose ...


Heutiger Versuch

Windiges …


»Die Winde«, sprach von Hohentann,
»die fangen mich zu nerven an,
die einen, die die Burg angreifen,
die andren durch die Hosen pfeifen.«

Der Leibarzt sprach: »Mein lieber Herr,
zu helfen fällt mir da nicht schwer
bei Winden,die die Hosen wärmen
und die entfleuchen den Gedärmen.

Hört mir gut zu, es wird sich lohnen,
esst täglich nicht nur dicke Bohnen
nehmt dafür, dieses ist mein Rat,
Gemüse, Nüsse, Fisch, Salat!«

»Mag sein«, sprach Franz von Hohentann,
»doch schaut die Kaufleute euch an.
Die Überfälle sich nicht lohnen,
sie transportieren …
     … Speck und Bohnen!«


 

Der verkaterte Stiefel

Es maß dem Franz von Hohentann
der Schuster neue Stiefel an
und sprach: »Mein Herr, ich eile,
jedoch - es dauert eine Weile.«

Der Namenstag ward festgesetzt,
der Schuster kam zum Fest gehetzt
und bat den edlen Rittersmann:
»Mein Herr zieht sie doch gleich mal an …«

Der Franz jedoch, bei dem Besuch,
befürchtete, dass der Geruch
der alten Treter stark könnt sein
und willigte darob nicht ein.

Er sprach: »Wir woll’n den Schuster ehren,
er wird es uns auch nicht verwehren,
kommt her und schenkt den Stiefeln ein
vom allerbesten roten Wein.«

Es wurde darauf unbeschwert
so mancher Stiefel noch geleert,
zum Schluss des Festes, ungeniert,
hat man hinein noch uriniert.

Die Knabben leerten sie mit Schwung
im Hofe auf der Pferde Dung,
mit Stroh gefüllt in einerEcke
verbarg man sie unter ’ner Decke.

Besucher von Burg Hohentann
schau’n sich heut diese Stiefel an:
"Die riechen, es ist ja zum Schreien,
als ob sie stark verkatert seien!"

 

Der alternde Minnesänger

Oh, holde Maid, wie Du da standest
Und mir ein Blumenkränzlein bandest,
da wusste ich, dies Mägdelein
wird dereinst deine Holde sein.

Bis dann ein starker Knabe kam,
dich kraftvoll in die Arme nahm,
er hob dich auf sein stolzes Pferd –
nun stehst Du hinter seinem Herd.

Die Kränzlein bindet deine Mutter,
noch jung und sie steht gut im Futter.
Sie bot mir an, ihr Mann zu sein -
sei mir gegrüßt, mein Töchterlein!



Rapunzel in Rente, Limerick

Es ließ sich Rapunzel in Bingen
stets Rotwein zum Mäuseturm bringen,
statt Prinzen hochziehn,
die sah man längst fliehn!
Warum? Na, die hörten sie singen ...

 

 

Apflaumus

Es hing allein an einem Baume
ein stolzer Apfel, rot und rund.
Am Nachbarbaum die reife Pflaume,
sie tat ihm ihr Verlangen kund.

"Ach könnten wir zwei uns vereinen",
rief sie verliebt dem Apfel zu.
"Das ist unmöglich, will mir scheinen,
egal, ich komme auf dich zu."

Und Plumps, er rollte auf dem Hange
direkt bis an den Pflaumenbaum,
und Plumps, sie zögerte nicht lange,
lag neben ihm, es war ein Traum!

Ein Mägdelein fand die Verliebten
und packte sie ins Schnupftuch ein.
Mit Zucker, einem fein gesiebten
kochte zu Mus sie beide ein.

"Nun sind auf ewig wir vereint",
tönt aus dem Glas die Marmelade,
da kommt das Mägdelein, es weint,
zum Trost schleckt sie das Glas leer - schade!


 Klosterfrau Melissengeist

Wenns hinten zwickt und vorne beißt,
nimm Klosterfrau Melissengeist!
Wie ist dies Mittel wohl entstanden?
so fragt man sich in allen Landen.

Bruder Aloysius wollt einst schaun,
was abgeht bei den Klosterfraun
und steckte als Geschenk sich ein
ein Destillat vom besten Wein.

Was kam, das war vorauszusehn,
in einer Zelle ist`s geschehn,
man kam sich nicht nur geistig näher,
das alles aber sah ein Späher.

Auch, dass die Klosterfrau Marein
bekam die Flasche Branntewein.
Das trug der Oberin man zu
und sie erschien darauf im Nu.

Maraien zog aus ihrem Kissen
die Füllung, trockene Melissen
und tauchte die ganz schnell hinein
wohin wohl - in den Branntewein.

Sie sprach dann laut und voller Kraft,
"wir beide haben was erschafft,
man sieht es dort noch an dem Kissen
dort wirkt der Geist jetzt von Melissen."

Die Oberin vernahm die Kunde
und srach darob flugs in die Runde:
"So brecht nun auf in diese Welt
und macht das Ganze schnell zu Geld!

Denn alle Welt, die soll es wissen,
dass mit dem Geiste der Melissen,
von Klosterfrauen wohl bereitet,
kein Mensch an Gliederreißen leidet.

Es heißt", so sprach sie noch besonnen,
"auf keinen Falle Saft der Nonnen,
man aber noch in Jahren preist,
den Klosterfrau Melissengeist!"


Biedermeier-Maiden

Es fummelten bei bieder`n Maiden
zwei Knaben an den Miedern, beiden -
doch waren halt die Maiden bieder,
verteidigten die beiden Mieder ...

 

Diverses

Limericks

Es brachte ein Metzger aus Birstein
dem Gastwirt, der klamm war, ein Stierbein.
"Das kriegste für lau,
lässt du deine Frau
nur für eine Nacht lang bei mir sein!"


Die blutjunge Dame aus Biebergemünd,
sie öffnete gerne ihr Mieder geschwind,
bat jeden herein,
nahm gern Gelder ein,
bekam aber auch hin und wieder ein Kind.


S’verschluckte zur Weihnacht in Ürzell
der Hofhund sich am Entenbürzel.
Mit knapper Not
entkam er dem Tod,
misstraute den Enten dafür schnell.

 

Ein Muskelprotz prahlte in Udenhain,
nur er könne King aller Luden sein!
Er wäre so klasse,
und immer bei Kasse,
kam irgendwann blank und stark blutend heim.


Es wurde am Montag im Städtchen Steinhagen
ein sehr junger Bursche zu Grabe getragen.
Der Pfarrer sprach weise,
getragen und leise:
"Mein Herr, nimm den Steinhäger ganz ohne Zagen"

Schüttelreim-Limericks

Es sagte ein Bauer in Herbstein
zum Sohne: "Wenn ich einmal sterb, Hein,
servier, auch mit Weinstein,
in Krügen aus Stein Wein
und schenke auch ja den vom Herbst ein ..."

Wenn irgendwo mitten in Bernsfeld
ein Hund plötzlich laut nur von fernst bellt,
schnappt Wirt bei den Tresen
am Tisch drei den Besen,
weils Glas gleich des schreckhaften Bernds fällt.

 

Insektiöses

Made in ...

Es fand den Tod der kleinen Made
bekanntlich mancher Dichter schade.
Nun gut, die Made ist dahin,
hier geht es jetzt um "Made in ..."

"Made in ...", und dann ein Land
macht ein Herkunftsland bekannt,
Deutschland powerte wie nie
durch das "Made in Germany"

***

Auf einer Flasche, Form sehr nett
entdeckte ich ein Etikett
und rätsele daran herum,
an: "Made in Jamaikarum"!

 

 Leehrgeld

Die Raupenlarve, frisch entpuppt
sie war am sich verschmetterlingen.
Da kam ein Vogel angehuppt,
um dieses Prachtstück zu verschlingen,

das sich dem Licht entgegenreckte
und still im Sonnenschein verharrte,
nur der Kokon sich zuckend streckte
und somit jenen Vogel narrte.

Der schnappte sich den "Leckerbissen",
hielt seiner Brut dies Futter hin,
die zeternd das Chitin zerbissen
und weiterhin vor Hunger schrien.


Und die Moral von der Geschicht:
Wenn "Hohlraum" zuckt, frisst man ihn nicht!

Und noch etwas für Moralisten:
Oft siegten die, die sich "verpissten"!

 

Larvenflug

Auf der Seite einer Harfe
saß ne fette Fliegenlarve,
wo des Harfenisten Hand
sich vor Kurzem noch befand,

der ein Mettwurstbrötchen aß
Händewaschen prompt vergaß,
somit saß ein Mettwurstrest
an der Harfenseite fest.

Mettwurstrest, der ist nicht mehr
und die Larve, fett und schwer
ging in die Verpuppung ein,
warum ließ sie es nicht sein?

Als der Harfenist sodann
mit dem Harfenspiel begann,
er durch Zupfen dieser Seite
jäh sie von dem Tier befreite

Larve segelt durch die Luft,
diese Tätigkeit, die ruft
einen Spatzen auf den Plan,
der geschickt sie fangen kann.

Und er kaut verklärt das Tier,
findet ein paar Tropfen Bier -
Burgerfeeling, selten hat´s
so gut ein gemeiner Spatz.

 

Raupe in Rum

Die Raupe wurde ganz gepflegt
in einem Rumtopf eingelegt.
Verlor dadurch, so ist das eben,
die Contenance und dann das Leben.
Es war, als dieses ist geschehen,
ganz sicherlich nur ein Versehen.


Sie ward nach Jahr und Tag und Stunden
in einem Trinkglas aufgefunden
und landete samt Obst und Most
im Garten dann auf dem Kompost,
wo sie sofort ein Vogel fand,
auf dessen Speiseplan sie stand.

Der hat dies Mahl sofort verschlungen,
danach sehr laut und falsch gesungen,
was wiederum die Katze weckte,
die diesen Trunkenbold entdeckte.
Sie schnappt ihn sich mit einem Satz,
somit war alles für die Katz.

 

Der Schnelldurchgang


Im Darm herrscht reges Virentreiben,
die Stimmung lässt sich kaum beschreiben!
Bakterien und auch Sonstwie - Kokken
sieht sich vermehrend man frohlocken.

Die Essenbrocken, sauer - basisch
die werden dadurch etwas gasig,
das Ende im Erregerkampf -
ein ausgewachsner Dünndarmkrampf!

Im  Dickdarm hält man noch dagegen,
doch das wird man zur Seite fegen!
Der Körper trennt sich, Gott sei Dank,
vom Übeltäter - mit Gestank.

Der landet in den Kläranlagen,
wo andre Viren ihn zernagen!!

 

 

 

Gewaagte Laptopablage
Der Laptop auf dem Boden,
er störte niemand sehr,
als Waage nahm ihn Oma -
fünfhundert Euro schwer …

 

I-Pod

Zur Oma kam Marie, sprach: "Ei flott,
komm sag mir schnell, wo ist mein I-Pod."

Der Oma war das nicht geheuer,
sie sprach: " Der Kochtopf für die Eier?
Im Vorratsschrank neben dem Wein, dort,
so weit ich weiß, steht unser Ei-Pott!"

 

(Un-)Glück

Manch Einer jagt oft kreuz und quer
Dem Glück vermeintlich  hinterher
Und hat dabei nur nicht erkannt
Er ist dem Glück davongerannt …

 

Dann hatte jemand verkehrt gelesen und schrieb mir:

Manch Eimer jagt oft kreuz und quer
 Dem Glück vermeintlich hinterher …

Nun ja, das inspirierte mich hierzu ►

Manch Eimer jagt oft kreuz und quer
Dem Autofahrer hinterher
Und hat dabei nur nicht erkannt
Dass man ihn an den Haken band …

 

Die Niete

Ein T-Träger im Eiffelturm
beschwerte sich im größten Sturm:

"Mir tun die Nietenlöcher weh
durch das Gewicht des Doppel-T
Trägers, den ich stark unterstütze.
Wozu sind denn die Nieten nütze?"

Es wurde ihm darauf beschieden:
"Alleine durch die Kraft der Nieten
wird diese Konstruktion geschützt!"

Und er erkennt, die Niete nützt,
ist sie ansonsten auch nicht helle
- wird sie platziert an rechter Stelle!

 

Klapphornverse ...

Zwei Burschen aßen Schokohasen,
und zwar in Massen, nicht in Maßen.
Verstopfung drohte durch die Tierchen,
wurde verhindert durch fünf Bierchen.

Zwei Knaben saßen auf der Lauer,
sie tranken Wein hinter der Mauer.
Die Steine, das hat man gerochen,
war´n nicht als Einzige gebrochen ...

 

Zwei Mädchen tollten durch die Heide,
vergnügt und barfuß liefen beide.
Der einen Füße warn zerstochen,
und die der anderen, die rochen.


Zwei Bayernbuben tranken Wein,
sie wollten "etwas Bessres" sein.
Bei ihrem Quantum ging die Chose,
nicht nur rein sprachlich, in die Hose.


Zwei Buben spielten nackt im Stroh,
da sprach der eine plötzlich:"Oh,
so macht das keinen Spaß, igitt,
das kitzelt furchtbar stark im Schritt!"


Zwei Mädchen spielten Federball,
mit Zuschauern von überall.
Denn in den kurzen, engen Blusen,
da federten auch deren Busen.


Zwei Müller mahlten Morgens Korn,
des Abends bliesen sie ins Horn.
Manch falscher Ton verließ das Horn,
ein klarer Fall von zu viel Korn.

 

Zwei Damen gingen auf dem Strich
und lauthals stritten beide sich,
wer richtig auf dem Strich nun geht
und wer zumeist danebensteht ...


Zwei Greise spielten abends Schach
im Altersheim, im Schlafgemach.
Der eine grübelte ne Stunde,
der andre schlief schon eine Runde.

 

 

 

Wir werden euch vermissen!

War einmal ein Bumerang,
War ein Weniges zu lang.
Bumerang er flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum - noch stundenlang -
Wartete auf Bumerang.

Erstes Teil von Ringelnatz, jetzt mein "modernes" Stück

Es flog einmal ein Flugmodell,
War für die Steuerung zu schnell.
Trotz Gegensteuer flog es heiter,
Fröhlich summend immer weiter.
Es wurde auch nach Tagesfrist
Und sehr viel später noch
Vermisst

 

"Tante Emmas" langes Sterben

Die Nachbarstochter Jenny parkt
des öfteren am Penny-Markt.
Die Mutter im geblümten Kittel
fährt einmal wöchentlich zum Lidl.

Der Papa, man nennt ihn nur Waldi,
fährt vierzehntägig hin zum Aldi.
Und fehlt ihm was vor diesem Kauf,
dann füllt ers an der Tanke auf.

Die Schwester meint, ich bleib in Form, ja
joggt jeden Tag hinaus zum Norma.
Der Opa spricht, ich hab in petto
als Einkaufsplatz noch meinen Netto.

Wer Hunger hat, der sagt nur: "Yes,
jetzt geht es schnell zum Hercules,
von allen isst fast jeder da
die Rennsteigwurst vorm Edeka.

Der Bio-Freak meint: "Es ist eh gut,
das Angebot bei unsrem Tegut.
Für Krempel in der guten Stube
sorgt Hafu und auch die Fundgrube.

Der Chef vom Tante-Emma-Laden
muss dieses "Geiz ist geil" ausbaden.
"Leckt mich am Bobbes", sagt er schlicht
und macht endgültig alles dicht.

In allen Dörfern herrscht nun Ruh,
die Läden sind schon lange zu.
Dort ist jetzt das Gejammer groß:
"Wenn mir was fehlt, wo hol ichs bloß?"

 

 

 

 

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