„Turquoise“, auch für Männer zum Lesen zu empfehlen!

„Turquoise“, auch für Männer zum Lesen zu empfehlen!

 Eine Kollegin im „Deutschen Schriftstellerforum" dsfo.de bat mich, ihr Buch zu lesen und gegebenenfalls zu rezensieren. Dieses Buch ist vom Genre her eine Mischunge aus Siedlerroman mit ein wenig Esoterik und einem Hauch Fantasy, eine sehr interessante Mischung.
Speziell interessiert war sie auch en der Meinung eines Mannes, der, so wie ich, alles gelesen hat, was von Karl May und diversen Schriftstellern dieses Genres auf dem Markt war/ist.
Der Einfacheit halber stelle ich hier meine Rezension aus Amazon und anderen Stellen vor:

—> „Turquoise“, auch für Männer zum Lesen zu empfehlen!

Als alter Karl-May-Fan, der vor mehr als 50 Jahren alles verschlungen hat, was Karl May geschrieben hatte – und auch andere Autoren wie Mark Twain und James Fenimore Cooper – war ich gespannt, wie eine Frau einen Roman aus dieser Zeit gestalten würde.
Dass dieses Buch aus der Sicht einer Frau geschrieben ist, das ist unverkennbar, sollte aber keinen Mann abhalten, dieses Werk zu lesen, vermittelt es doch die Gefühlswelt der Siedlerfreuen, die wir aus Romanen und Filmen meist als Gewehr ladende und Verwundeten pflegende Hintergrundpersonen kennen.
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Siedlerroman (1)lesenswert (1)Frauenschicksal (1)
Kinder, Kirche, Küche, so klassifizierte man die Frau in dieser Zeit, in der dieser Roman spielt, nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika.
Kinderkriegen, so viel als irgend möglich, dabei bei jeder Geburt das Leben aufs Spiel setzen, das war selbstverständlich und Frauen, die keine Kinder bekamen, nichts wert. Dabei war es vorerst völlig uninteressant, wer nun schuld an der Misere war, manchmal bekamen Frauen nach Jahren ein Kind und nahmen das Geheimnis mit ins Grab, wer es gezeugt hatte.
Kirche, Glaube, fest verteilte Rollen, die Frau als das Eigentum des Mannes, auch das mussten die Frauen hinnehmen, ertrugen es, was blieb ihnen auch anderes übrig.
Küche, in Europa für viele das Betätigungsfeld, das mit Kochen, Nähen, Flicken, putzen den Tag ausfüllte, das hieß für Siedlerfrauen oft auch noch über weite Strecken Wasser holen, Vieh versorgen, Futter für das Vieh sowie Beeren und Wurzeln für die Nahrung besorgen.
In diesem Umfeld lässt die Autorin als Ich-Erzählerin uns teilhaben am Schicksal der jungen Miriam, die, unehelich geboren, keine schöne Kindheit und Jugend hatte, die erste Liebe zu erkennen glaubt – und dann von den Ereignissen überrollt, sich mit einem ungeliebten Ehemann auf dem Treck in eine ungewisse Zukunft befindet.
Für mich besonders interessant ist dabei der Part der Kirche und ihres Vertreters, in der typischen amerikanischen Überfrömmigkeit an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten! Vor allem, seit bekannt ist, dass gerade in Amerika diese überfrommen „Kreationisten“ wieder auf dem Vormarsch sind zeigen einige Stellen in diesem Buch eine erschreckende Aktualität!
Mein Fazit:
Unbedingt lesen, auch und gerade Männer!
Ich gebe fünf Sterne, viereinhalb wäre m. E. mindestens angebracht, also dann gleich fünf! (Es gibt mit Sicherheit Andere, die durch manchen kritischen Inhalt zur Abwertung bereit sind …)

 

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